Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Maikammer 1875 – 2000

Die Chronik wurde zum Anlass des 125-jährigen Jubiläums der Feuerwehr Maikammer, von Herrn Joachim Loch, damaliger Leiter der Ordnungs- und Sozialverhaltung, geschrieben. Aus diesem Grund endet die Chronik derzeit mit dem Jahr 2000.
Die Feuerwehr bedankt sich hiermit nochmals für seine Arbeit.

Kommandant Peter Schmitt 1874 – 1880
Die Feuerwehr wird zur Pflicht

Als vor 125 Jahren die Feuerwehr Maikammer gegründet wurde, war sie eigentlich eine Pflichtfeuerwehr. Durch die Feuersatzung von 1884 wurde sie endgültig zur Pflichtfeuerwehr erklärt. Wie die Aufzeichnungen ergaben, wurden die Versäumnisse bei Übungen und besonders bei Einsätzen streng geahndet. Das Versäumnisbuch gibt darüber Aufschluss; es wurden Verweise und sogar Ordnungsstrafen ausgesprochen. Alle Männer von 20 bis 50 Jahren wurden zum Dienst bei der Feuerwehr verpflichtet.

Kommandant Carl Platz 1880 – 1888
Hydranten und Schläuche erleichtern die Löscharbeit

Mit Hilfe einer 1000 Mark-Spende der Pfälzischen Mobiliarfeuerversicherung konnte 1887 der erste Ventilstangenwagen – auch Hydrantenwagen genannt – angeschafft werden. Er diente gleichzeitig als Schlauchwagen. Bis zum Jahre 1889 hingen die Feuerwehrschläuche an der Nordseite des Kirchturms. Als jedoch in diesen der Blitz einschlug, forderte die Brandversicherung einen zweiten Abgang von der Empore. Dies machte die Errichtung eines Schlauchtrockenturmes notwendig. Eine Spende des Münchener - und Aachener Versicherungsvereins ermöglichte das Vorhaben.

Kommandant Otto Ziegler 1888 – 1902
Das neue Spritzenhaus – Endlich ein Dach über dem Kopf

Schon längere Zeit drängte die Brandversicherung, das Spritzenhaus zentraler zu positionieren, zumal das alte Gebäude nicht mehr ausreichte. Unterstellmöglichkeiten für Löschgeräte gab es in der Pfarrscheune in der Kirchstraße, später am Lindeneck im Haus Heilweck-Reinig. Auch in der Hauptstraße in Alsterweiler war eine Wachstube mit einer Feuerleiter eingerichtet. Daher beschloss der Gemeinderat am 3. März 1891 "an einem freien Platz an der Straße nach Alsterweiler..." das Spritzenhaus zu bauen.



Am 27.Mai 1894 fand in unserer Gemeinde der Pfälzische Bezirksfeuerwehrtag statt. Blaskapellen spielten auf, Umzüge zogen durch die Straßen, Feuerwehren zeigten ihr Können. 1902 wurde neben der Steiger- und Rettungsmannschaft eine neue Waldbrandabteilung gebildet, die sich aus der Spritzen- und Wassermannschaft zusammensetzte.

Kommandant August Heilweck 1902 – 1910
Geburt eines Wahrzeichens: Die legendäre Schiebeleiter

Nach der Anschaffung eines zweiten Hydrantenwagens 1906 wurde im darauffolgenden Jahr unsere, noch heute bestens erhaltene, Schiebeleiter gekauft. Mit den über 2m großen Wagenrädern sorgte sie stets für Aufmerksamkeit bei den Bürgern. In Nürnberg 1907 gebaut, wurde sie erstmals 1970 gründlich renoviert und 1998 mit hohem finanziellen Aufwand restauriert. Beim Kirchturmbrand in Kirrweiler 1961 erlebte die Leiter ihren letzten Einsatz.

Kommandant Christian Buchenberger 1910 – 1920
Kommandant Bruno Ziegler 1914
Die erste fahrbare Feuerspritze

Am 24. Mai 1911 wurde die neue fahrbare Feuerspritze zum Preis von 1425 Mark in Dienst gestellt. Aufgrund der Wehrordnung wurde die Waldbrandabteilung neu aufgestellt und mit den entsprechenden Geräten ausgestattet.

Kommandant Hermann Erath sen. 1920 – 1924
Waldbrände und heiße Sommer zwingen zum Dauereinsatz

Im trockenen Jahrgang 1921 und dem heißen Sommer herrschte überall Wassermangel, so auch bei einem Großbrand in der Klosterstraße in Edenkoben. Die herbeigeeilten Feuerwehrmänner konnten kaum tätig werden. Kurzentschlossen handelte der Weingutsbesitzer Heinrich Schenk. Er stellte sofort einen Lastkraftwagen mit Halbstück beladen (600 ltr. Holzfässer) zur Verfügung. Die Wasserentnahme wurde am Mühlbach bei Kriegshäuser vorgenommen.

Kommandant Gustav Wilhelm 1924 – 1949
Eine herausragende Persönlichkeit unserer Feuerwehr

Die erste Motorspritze wurde am 19. Mai 1927 an die Wehr übergeben. Gustav Wilhelm wurde zum Unterkreiskommandant mit den Gemeinden Maikammer, Kirrweiler, Edenkoben, Diedesfeld, Freimersheim und Niederhochstadt, bestellt. Sein Kommando war oftmals in Ludwigshafen, Pirmasens, Darmstadt und manchmal sogar in Frankfurt a.Main, eingesetzt. Was er mit seinen Feuerwehrmännern in all den Kriegsjahren an Pflicht und Verantwortung zu tragen hatte, lässt sich in Worten nicht ausdrücken.
Es war unter anderem sein Verdienst, dass im Dezember 1943 wegen den ständigen Überlandeinsätzen der erste Mannschaftswagen mit Motorspritze (LF8) der Wehr unentgeltlich zugewiesen wurde. Das Fahrzeug war jedoch so groß, dass es nicht durch die Toreinfahrt des Feuerwehrhauses an der Hartmannstraße passte. Ein neuer Stellplatz fand sich in der Prälat-Eichenlaubstraße im Anwesen Bergter. Dieses Fahrzeug war bis 1963 im Einsatz. Mit dem Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 23. November 1938 wurde die Feuerwehr der Polizei zugeordnet. Zur besseren Kennzeichnung der Feuerwehrfahrzeuge im Straßenverkehr wurde 1938 das Blaulicht eingeführt.Auf Anordnung des bayrischen Landesbranddirektors Bimeslehner mussten in der Pfalz alle Pflichtfeuerwehren in Freiwillige Feuerwehren umgewandelt werden. Diese Änderung trat am 1.März 1939 in Kraft. Gustav Wilhelm nimmt in der Geschichte der Wehr als Feuerwehrkommandant eine besondere Stellung ein. Aufgrund seiner großen Leistungen, die von einem seltenen Pflichtbewusstsein getragen waren, erhielt er am 15. Dezember 1950 die Goldene Feuerwehrnadel des Landes Rheinland-Pfalz.

Im Juni 1945 zogen die Amerikaner ihre Truppen ab, die Pfalz wurde von den Franzosen besetzt. Die Feuerwehr durfte wieder Uniformen tragen. Der 2.Weltkrieg war zu Ende.

Kommandant Hermann Erath jun. 1949 – 1956
Das Löschwasser ist knapp – neuer Tiefbrunnen wird gebohrt

Hermann Erath jun. war viele Jahre verantwortlich in verschiedenen Abteilungen und stellvertretender Kommandant während des 2.Weltkrieges. In seine Zeit fiel die Suche nach neuen Wasservorkommen. Im Rans erwarb die Gemeinde schließlich ein geeignetes Grundstück. Dort wurde ein Tiefbrunnen gebohrt, Pumpenkammern errichtet und Rohre an das Ortsnetz angeschlossen. Für die Gemeinde stellte die Finanzierung von über 216.000,00 DM eine enorme Summe dar. Aber die Versorgung mit lebensnotwendigem Trinkwasser und eine wesentliche Verbesserung bei der Brandbekämpfung waren diese Investitionen wert. Auch die Anschaffung eines Tragkraftspritzenanhängers 1950 fiel in seine Zeit.
Für seine großen Verdienste um die Feuerwehr Maikammer, der er über 40 Jahre gedient hatte, wurde Hermann Erath jun. Im Jahre 1956 das Goldene Ehrenzeichen am Bande verliehen.

Kommandant Alfons Hauck 1956 – 1974
Technischer Wandel : Tanklöschfahrzeug – Funk – Atemschutz

Alfons Hauck war seit 1954 stellvertretender Kommandant und schon als junger Mensch bei den nächtlichen Großeinsätzen des 2. Weltkrieges dabei gewesen. Bei einem, durch einen Luftangriff zerstörten Jugendhaus in Pirmasens, barg er mit seinen Kameraden über 20 tote Kinder. In seine Zeit fiel die Anschaffung der ersten umluftunabhängigen Atemschutzgeräte (1958). Bei den vielen Weinkellern in Maikammer war es während der Weinlese unerlässlich, verletzte oder verunglückte Personen aus den Gärkellern zu retten. Ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) ersetzte den alten Anhänger. Ein Meilenstein in den Jahren des wirtschaftlichen Wachstums war die Neuanschaffung des Tanklöschfahrzeuges (TLF 16/24). Ein Wassertank mit 2400 ltr. Inhalt war mit einer Schnellangriffeinrichtung das Modernste, was die Feuerwehrtechnik zu bieten hatte. So konnten Entstehungsbrände und kleinere Flächen- und Waldbrände sofort bekämpft werden, ohne zunächst die Wasserversorgung aufzubauen. Die Toreinfahrt im Feuerwehrhaus wurde vergrößert, der Hallenraum platzte jedoch bald aus allen Nähten. Denn im Jahre 1964 stellte der Landkreis Landau einen Unfallhilfewagen kostenlos zur Verfügung. Für die Unterhaltung und Wartung des Fahrzeuges zeichnete sich die Gemeinde verantwortlich. Der Fordbus "Transit" war mit einem Notstromgenerator, Greifzug, Motorsäge Solo-Rex, einer Hydraulikschere mit Handpumpe sowie den verschiedensten Werkzeugen für die technische Hilfeleistung bestens ausgerüstet.

Eine dringende Notwendigkeit war die Ausstattung der Fahrzeuge mit Funkgeräten im Jahre 1967. Erstmals war es möglich, mit Feuerwehren aus der Umgebung bei überörtlichen Einsätzen und Waldbränden zu kommunizieren. Die Notruf-Nummer 112 ging ab sofort bei der Hauptwache in Neustadt ein, die wiederum Sirenenalarm in Maikammer auslöste. Ohne Telefon und Strom konnte sofort Rückmeldung erfolgen, oder weitere Hilfsdienste angefordert werden. Im Jahre 1971 waren alle drei Fahrzeuge mit Funkgeräten ausgestattet.

Kommandant Karl Breitner 1974 – 1986
Beginn einer Ära: Vom Kommandant zum Kreisfeuerwehrinspekteur

Die Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz im Jahre 1969 zeigte ihre Auswirkungen auf die Feuerwehren. Wichtige und zentrale Aufgaben gingen von der Ortsgemeinde auf die Verbandsgemeinde über, so auch die Feuerwehr. Bürgermeister Johannes Damm und der Beigeordnete Robert Ullrich waren lange Jahre für die Belange der Feuerwehr verantwortlich. Die Verwaltungsangelegenheiten erledigte Amtmann Alfred Erlewein. Ab sofort wurden die Feuerwehren Kirrweiler, Maikammer und St.Martin zentral verwaltet, jedoch eigenständig geführt. Die Kommandanten der einzelnen Wehren werden zu Wehrführern ernannt, Chef der gesamten Feuerwehr war der Wehrleiter. Die Einsatzleitung hatte ab sofort der Verbandsbürgermeister. Rudolf Müller fiel als erster Bürgermeister der Verbandsgemeinde diese Aufgabe zu. Karl Breitner übernahm die Aufgabe des Wehrführers der Gemeinde Maikammer und des Wehrleiters der Verbandsgemeinde. Die Zusammenarbeit der Wehren untereinander war sein Ziel, Kirchturmdenken wurde Stück für Stück abgebaut. Mit gemeinsamen Übungen, Ausbildungen und Einsätzen kamen sich die Wehrmänner rasch näher. Heiße Diskussionen um jede Sekunde gab es jedes Jahr beim Wettkampf der drei Feuerwehren untereinander am St.Martiner Sandwiesenweiher. Auch die jahrelange, sehr gute Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt wurde mit ihm ausgebaut und weiter verstärkt.
Zum 100-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Maikammer und dem zweiten Kreisfeuerwehrtag vom 16.-18. August 1975 wurde ein Festzelt neben der Turnhalle aufgestellt. Die gesamte Mannschaft erhielt neue Uniformen. Außerdem wurde die Feuerwehrfahne angeschafft.

Im sehr trockenen Sommer 1976 war die Feuerwehr besonders gefordert. Über 11 Flächen- und Waldbrände, sowie zahlreiche Wohnhausbrände mussten trotz erheblicher Wasserknappheit bekämpft werden. Weiterhin wurde Wasser von Neustadt in den Wasserbehälter im Alsterweiler Tälchen gefahren. Im März 1978 fand der erste Kameradschaftsabend der gesamten Feuerwehr der Verbandsgemeinde im Siegerkeller statt. Beim Maiball der Feuerwehr im Jahre 1980 erstrahlte die Turnhalle in einem Blumenmeer. Bei der Jahresinspektion an der Seniorenanlage wurde Kreisfeuerwehrinspekteur Ottmar Gensheimer verabschiedet. Auch das Tragkraftspritzenfahrzeug quittierte dort seinen Dienst. Der technische Wandel in der Feuerwehr vollzog sich Ende der 70er Jahre immer rasanter. Zunehmend wurde die Wehr zu Verkehrsunfällen mit Schwerverletzten und Toten gerufen, auch die Einsätze mit Heizöl und Ölspuren nahmen deutlich zu. Als Ergänzung und zusätzlicher Sicherheit wurden neue Atemschutzgeräte gekauft. Das Tragkraftspritzenfahrzeug wurde 1981 durch ein moderneres ersetzt, ein Satz Lufthebekissen ergänzte die Ausrüstung im Unfallhilfewagen. 18 Funkalarmempfänger (Piepser) läuteten eine neue Epoche der Alarmierung ein. Nach Einführung der bundeseinheitlichen Notrufnummer 112, lief die Alarmmeldung zur Hauptfeuerwache Neustadt; diese alarmierte über Alarmempfänger, sodass jeder Feuerwehrmann wusste, um welchen Einsatz es sich handelte. Sirenenalarm hörten die Bewohner immer seltener.

Mit Sabine Breitner und Karin Knoth drangen die ersten Frauen in die Männerdomäne der Feuerwehr vor.
Die jahrzehntelange beengten Raumverhältnisse im Feuerwehrhaus an der Hartmannstraße veranlassten die Verwaltung, unter ihrem Verbandsbürgermeister Norbert Hesch ein neues Haus zu bauen. Da auch ein neues Rathaus in Planung stand, einigte man sich nach langen Diskussionen auf ein gemeinsames Projekt ohne Schlauchturm an der Immengartenstraße.

Grundsteinlegung war am 16. September 1982, die offizielle Einweihung fand am 25. August 1983 statt. Das neue Feuerwehrhaus kostete 920.000 DM. Die Zuschüsse hierfür beliefen sich auf stattliche 805.000 DM, wobei die GB Chemie 200.000 DM beisteuerte, sodass die Verbandsgemeinde noch einen Rest von 115.000 DM zu finanzieren hatte. Eine Zusammenarbeit besonderer Art begann mit der Einweihung der Ausbildungsstätte der BG Chemie am 8. November 1984. Ein Mann der ersten Stunde war auch hier der Wehrführer Karl Breitner. Immer wieder verstand er es, gute nachbarschaftliche Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Zahlreiche Experimental- und Objektübungen im Lehrsaal der BG Chemie unter der Leitung von Herrn Dr. Hammer, verbesserten den Ausbildungsstand der Feuerwehren erheblich. Mit dem neuen Verbandsbürgermeister Karl Schäfer bekam die Feuerwehr einen kompetenten Ansprechpartner als Chef.

Der Unfallhilfewagen musste 1986 durch einen Gerätewagen für über 60.000 DM ersetzt werden, wobei die Inneneinrichtung und Ausrüstung weitestgehend weiter verwendet wurde. Der Verbandsgemeinderat beschloss eine Satzung, wonach technische Einsätze und Hilfeleistungen von nun an kostenpflichtig wurden. Brandeinsätze sind jedoch weiterhin kostenfrei. Im Juli 1986 wurde Karl Breitner auf Grund seiner hervorragenden Leistungen zum Kreisfeuerwehrinspekteur des Landkreises Südliche Weinstraße als Nachfolger von Karl Mehlem gewählt. Für seine grandiosen Verdienste um das Feuerwehrwesen wurde ihm am 29. November 1997 das Goldene Feuerwehrehrenzeichen am Bande vom Ministerium des Innern Rheinland-Pfalz verliehen. Das Amt des Kreisfeuerwehrinspekteurs führte er mit großem Einsatzwillen bis 1998. Bei seiner Verabschiedung am 21. Juni 1998 verlieh ihm Landrätin Theresia Riedmeier das Wappenschild des Landkreises Südliche Weinstraße. Auch der Deutsche Feuerwehrverband überreichte Karl Breitner das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold für seine herausragenden Leistungen.

Wehrführer Alfons Groß 1986 – 1992
Feuerwehrverein St. Florian und AH wird gegründet

Mit der Ernennung von Karl Breitner zum Kreisfeuerwehrinspekteur musste die gesamte Führung neu geordnet werden. Die Feuerwehr wählte Rudi Gadinger zum Wehrleiter, Stellvertreter wurde Heinz Nobis. Der neue Wehrführer hieß Alfons Groß, Karl Ziegler war seit 1983 Stellvertreter.

Der technische Fortschritt erforderte einen immer höheren Ausbildungsstand. So war es ab sofort unumgänglich, dass alle neuen Wehrangehörigen eine gründliche Ausbildung durchliefen. Lehrgänge für Grundausbildung, Atemschutzgeräteträger, Sprechfunker, Maschinisten waren die Voraussetzungen zu einem erfolgreichen Einsatz in der Brandbekämpfung und der Allgemeinen Hilfe.
Auch die Schutzkleidung war nicht mehr zeitgemäß, sodass alle Männer und Frauen in schwarze Latzhosen und orangene Jacken neu eingekleidet wurden. Auch Wetterjacken zählten mittlerweile zur Grundausstattung. Mit dem Kauf eines elektro/hydraulischen Aggregates für Schere und Spreizer konnte bei Verkehrsunfällen sicherer gearbeitet werden, womit die Ausstattung des Gerätewagens vollständig war.
Mit der Gründung einer Altherrenabteilung (AH) ging ein langersehnter Wunsch der älteren Feuerwehrmänner in Erfüllung. Kuno Bachtler, langjähriger stellvertretender Kommandant, wurde 1988 nach 45-jähriger Tätigkeit verabschiedet. Als neuer Sachbearbeiter der Verwaltung übernahm Joachim Loch die Feuerwehrangelegenheiten von Alfred Erlewein und Walter Braun.
Zur Entlastung des Funknetzes bei größeren Einsätzen war es mittlerweile notwendig, Handsprechgeräte am Einsatzort für die einzelnen Trupps zu beschaffen. Auch der alte Notstromgenerator hatte nach über 25 Jahren ausgedient und musste ersetzt werden. Mit 12 neuen Funkalarmempfängern war somit die gesamte aktive Mannschaft für den Ernstfall gerüstet. Die Teilnahme der einzelnen Gruppen bei der Abnahme der Leistungsabzeichen in Bronze, Silber und Gold zeigten das Können und Wissen der Feuerwehr.

Der Einsatzleitwagen (ELW – MTW) wurde 1990 angeschafft und in Eigeninitiative ausgebaut. Ex-Warngeräte wurden bei Einsätzen mit brennbaren Gasen und Dämpfen dringend benötigt. Das Jahr 1991 gilt als das Gründungsjahr des Feuerwehrvereins St.Florian. Zum 1. Vorsitzenden wurde der Wehrführer Alfons gewählt, Stellvertreter war Karl Ziegler. Der Computer erhielt Einzug bei der Feuerwehr. Eine Landesaktion sah für jede Verbandsgemeinde eine Anlage vor. Personaldaten, Gerätedateien und die gesamte Ausrüstung ist nun EDV gespeichert. Heinz Nobis kümmerte sich um die Alarm-und Einsatzpläne. Mit der Aufstellung eines Gefahrstoffzuges auf Kreisebene befasste sich der Kreistag. Ziel war eine möglichst umfassende Abwehr bei Gefahrgutunfällen und Einsätzen zu gewährleisten. Die Ausstattungskosten konnten aufgrund der Verwendung bereits vorhandener Fahrzeuge in den Gemeinden minimiert werden.

Wehrführer Udo Brenner 1993 – 2000
Neues LF: der ganze Stolz der Feuerwehr

Das alte TLF hat 30Jahre seinen Dienst souverän geleistet. Die alte Holzbank als Rücksitz bleibt jedem in bester Erinnerung. Jetzt galt es, langsam an Ersatzbeschaffung zu denken. Es sollte ein Fahrzeug mit integriertem Schnellangriff, zusätzlichem Stauraum und weitere Möglichkeiten zur Personenrettung bieten. Der Verbandsgemeinderat beschloss im September 1993 den Kauf eines LF 16/12 für 450.000 DM. Im gleichen Jahr musste nach einem Unfall an der Kalmitstraße auch ein anderes Tragkraftspritzenfahrzeug umgebaut werden. Keine leichte Aufgabe für den neuen Wehrführer Udo Brenner.
Nach der Ablegung ihrer Prüfung an der Landesfeuerwehrschule wurde Sabine Breitner zur 1. Brandmeisterin des Landkreises Südliche Weinstraße ernannt.
Mit der Fertigstellung der Feuerwehreinsatzzentrale (FEZ) im Jahre 1994 war ein weiterer Abschnitt im Alarmierungssystem erreicht. Ein schalldichtes Büro im Feuerwehrhaus ermöglichte ab sofort reibungslosen Funkverkehr. Mit Funk, Telefon, Fax, PC und Alarmgeber wurde die Ausstattung nach den Richtlinien des Landes auch mit Notstromversorgung versehen. Die Ausrüstung mit Funkalarmempfängern war soweit voran geschritten, dass die 5 Luftschutzsirenen des Bundes endlich abgebaut werden konnten.

Nach 43 aktiven Dienstjahren, davon 11 als stellvertretender Wehrführer, wurde der Feuerwehrmann Karl Ziegler verabschiedet. Als "Vater der Feuerwehr" fehlte er kaum bei einem Einsatz. Seinen Rat und seine außerordentliche Hilfsbereitschaft waren stets eine Bereicherung im Feuerwehralltag.
Zur besseren Ausrüstung bei Unwetter und Hochwasser beschafft der Landkreis 3 Diesellenzpumpen und stationierte sie im Gerätehaus Maikammer.
"20 Jahre Feuerwehr Verbandsgemeinde Maikammer" hieß es am 17. April 1994 bei einem Tag der offenen Tür.

Am 30. April 1995 wurde das neue Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 seiner Bestimmung übergeben. Mit einem Fahrer-Mannschaftshaus für 9 Personen bietet es für Atemschutz und Funkgeräte ausreichend Platz. Neben der Normbeladung wurde auch eine Hochdruckpumpe mit Spezial-Strahlrohr und eine Wasserschnellangriffseinrichtung mit 60Meter Hochdruckschlauch installiert. Ein Sprungretter, gefüllt mit Pressluft, sorgt für zusätzliche Sicherheit bei der Personenrettung aus brennenden Gebäuden. Zur Finanzierung des Fahrzeuges trugen neben Land, Kreis, Verbandsgemeinde und Bayrische Versicherungskammer, auch die BG Chemie mit einer ansehnlichen Summe bei.
Unser altes TLF hatte nach über 32 Jahren ausgedient. Jedoch ahnte wohl niemand, dass es noch eine Weltreise über den großen Teich nach Paraguay vor sich hatte, wo es heute noch im Einsatz ist.

Der Juli 1995 stand im Zeichen der Nachbarschaftshilfe. Beim Brand der katholischen Kirche in Edesheim am 10. Juli hatte das neue LF 16 seine Feuertaufe zu bewältigen. Bei hochsommerlichen Temperaturen entstand ein Schaden von über 5 Millionen DM. Am 22. Juli ging ein Unwetter über den Großraum von Neustadt nieder. Innerhalb von 24 Stunden fielen über 100 ltr pro m² und sorgten für überschwemmte Straßen und Gebäude.

Wehrleiter Rudolf Gadinger und sein Stellvertreter Heinz Nobis gaben im April 1997 das Amt in jüngere Hände. Als Nachfolger wurde Wehrleiter Peter Breitner gewählt, zum Stellvertreter Wolfgang Oberhofer aus Kirrweiler. Jürgen Sell löste als stellvertretender Wehrführer Frank Hermann ab.
Die erste Aufgabe der neuen Wehrleitung war die Beschaffung neuer landeseinheitlicher Einsatzjacken, die den Gefahren an der Einsatzstelle besser entgegen wirken. Neben der zusätzlichen Sicherheit sorgen sie auch bei Kälte für entsprechenden Schutz. Auch eine neue Tragkraftspritze konnte in diesem Jahr erworben werden.

Nach über 12 Jahren als Kreisfeuerwehrinspekteur wurde Karl Breitner auf dem Kreisfeuerwehrtag in Offenbach von Landrätin Theresia Riedmeier verabschiedet. Zum Nachfolger wurde Rudi Götz aus Annweiler ernannt.

Die neusten Anschaffungen der Feuerwehr gelten für den gesamten Bereich der Verbandsgemeinde. Die vielen Weiher- und Regenrückhaltebecken veranlassten den Verbandsgemeinderat, ein Schlauchboot mit entsprechenden Pkw-Anhänger zu kaufen, um bei Unfällen schneller helfen zu können. Auch ein Rollgliss trägt zur sicheren Personenrettung aus größeren Höhen bei.
Karl Breitner, ein Feuerwehrmann mit Herz und Verstand, scheidet nach 44 Jahren aktiver Tätigkeit, an seinem 60. Geburtstag aus dem Feuerwehrdienst aus.